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Stadtwerke Flensburg trotzen Belastungen und halten Kurs auf Wachstum

 |  von Thomsen / Foerde.news

Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2025 bei 838 Millionen Euro - Archivfoto: Thomsen

Flensburg – Trotz eines geringeren Jahresüberschusses sehen sich die Stadtwerke Flensburg wirtschaftlich gut aufgestellt. Mehr Kunden, deutliche Zuwächse bei Gas und Telekommunikation sowie hohe Investitionen in die Dekarbonisierung prägen den Jahresabschluss 2025.

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Die Stadtwerke Flensburg sehen sich trotz eines schwächeren Jahresergebnisses weiter auf stabilem Wachstumskurs. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 bei 838 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 865 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss nach Steuern sank um 3,3 Millionen Euro auf 7,2 Millionen Euro. Ursache dafür waren nach Unternehmensangaben Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Anlagen im Flensburger Kraftwerk. Dadurch konnten geplante Strommengen nicht wie vorgesehen am Markt verkauft werden.

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Positiv entwickelte sich dagegen die Kundenzahl. Sie stieg um rund vier Prozent auf inzwischen 330.000. Damit gewannen die Stadtwerke binnen eines Jahres fast 15.000 neue Kunden hinzu. Der seit dem 1. Juni amtierende Vorsitzende der Geschäftsführung, Julian Wollscheidt, wertete dies als Beleg für die starke Marktposition des Unternehmens und die Attraktivität der angebotenen Tarife.

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Vor allem in den Bereichen Erdgas und Telekommunikation legte das Unternehmen deutlich zu. Während der Stromverkauf, der rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes ausmacht, aufgrund der Sondereffekte stagnierte, wurde der Gasabsatz auf 1.595 Gigawattstunden mehr als verdoppelt. Auch der nahezu abgeschlossene Ausbau des Glasfasernetzes in Flensburg, Glücksburg und Harrislee machte sich im vergangenen Geschäftsjahr bemerkbar. Im Bereich Telekommunikation betreuen die Stadtwerke inzwischen mehr als 22.000 Kunden und sehen sich damit auf dem Weg in die Gewinnzone dieses noch jungen Geschäftsfeldes.

Die Eigenkapitalquote ging im Zuge deutlich gestiegener Investitionen zwar von 42,7 auf 38,9 Prozent zurück, liegt nach Angaben des Unternehmens aber weiterhin auf einem soliden Niveau. Gleichzeitig erhöhte sich die Bilanzsumme um 56,5 Millionen Euro auf 723,3 Millionen Euro. Konstant blieben die Geschäfte in den Bereichen Fernwärme und Wasser. Der Fernwärmeabsatz lag mit 880 Gigawattstunden nahezu auf Vorjahresniveau, der Wasserabsatz blieb mit 4,7 Millionen Kubikmetern ebenfalls stabil.

Als zentrales Zukunftsprojekt heben die Stadtwerke den Bau einer Meerwasser-Großwärmepumpe für die Fernwärmeversorgung hervor. Mit den 2025 begonnenen Arbeiten soll ein wichtiger Beitrag zur Dekarbonisierung Flensburgs bis 2035 geleistet werden. In den kommenden Jahren will das Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt 400 Millionen Euro in die klimafreundliche Umgestaltung der Energieversorgung investieren, davon mehr als 70 Millionen Euro in die Großwärmepumpe. Für die Anlage wurde Anfang Juni 2026 der Grundstein gelegt, die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen.

Auch aus Sicht der Stadt Flensburg als Alleineigentümer ist das Unternehmen gut aufgestellt. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Ausschüttung in Höhe von 7,2 Millionen Euro beschlossen. Aufsichtsratschef Jörg Blumenberg sprach von wirtschaftlicher Stabilität, verlässlicher Daseinsvorsorge und wichtigen Fortschritten beim Klimaschutz.

Die Stadtwerke Flensburg sind eine hundertprozentige Tochter der Stadt und Muttergesellschaft unter anderem von Aktiv Bus, Flensburger Hafen, Flughafen und Flensburger Ladeinfrastrukturgesellschaft. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Geschäftsjahr 2025 auf 797, darunter 57 Auszubildende.