Prozessauftakt in Flensburg: 22-Jähriger wegen versuchten Mordes und Brandstiftung angeklagt
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Vor dem Landgericht Flensburg wird am 2. Oktober der Prozess gegen einen 22-jährigen deutschen Staatsangehörigen beginnen, dem die Staatsanwaltschaft schweren Vorwürfe macht: versuchter Mord, schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung.
Nach Überzeugung der Anklagebehörde soll der junge Mann am Abend des 29. März 2025 in Sieverstedt versucht haben, zwei Menschen durch ein absichtlich gelegtes Feuer zu töten, wir berichtetet über den Fall. Tatmotiv: ein Streit zwischen dem Angeklagten und einem damals befreundeten Zeugen nach dem gemeinsamen Besuch einer Veranstaltung. In dem Wohnhaus des Zeugen soll der Beschuldigte im Erdgeschoss aus Wut mehrere Papierstreifen angezündet und schließlich ein Sofakissen in Brand gesetzt haben. Das Feuer breitete sich rasch aus.
Der Angeklagte habe sich laut Anklage mehrere Minuten im brennenden Haus aufgehalten, dieses dann aber verlassen – nicht ohne vorher die Haustür offenzulassen, um das Feuer mit zusätzlichem Sauerstoff weiter anzufachen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich der Zeuge im Obergeschoss des Hauses sowie dessen Großvater im angrenzenden Anbau – beide schlafend.
Nur durch glückliche Umstände wurde ein tödlicher Ausgang verhindert: Der Zeuge wurde durch Rauchgeruch geweckt, konnte sich über ein Fenster ins Freie retten und gemeinsam mit einem Onkel den Großvater in Sicherheit bringen. Beide Opfer erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Das Wohnhaus sowie der Anbau brannten vollständig nieder.
Der Beschuldigte wurde am 6. Mai 2025 festgenommen und befindet sich seither aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Flensburg in Untersuchungshaft. Der Großvater des Zeugen tritt im Verfahren als Nebenkläger auf.
Bereits am ersten Prozesstag werden Zeugenvernehmungen angesetzt. Die Hauptverhandlung wird an mehreren Terminen fortgesetzt: am 6., 7., 14., 22. und 27. Oktober sowie am 12. und 13. November – jeweils ab 9:15 Uhr.