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Mit dem Mountainbike zum bundesweiten Erfolg: Flensburger Schulprojekt ausgezeichnet

 |  von Thomsen / Foerde.news

Hoch hinaus: Mit einem Sprung auf das Airbag-Landekissen trainiert ein junger Mountainbiker - Fotos: Thomsen

Flensburg – Die Paulus-Paulsen-Schule in Flensburg hat mit ihrem Fahrradprojekt den ersten Platz beim Wettbewerb „Deutschlands fahrradfreundlichste Schule“ in der Kategorie „Bestes schulisches Projekt“ gewonnen. Hinter dem Erfolg stehen drei Jahre Aufbauarbeit, eine 200 Meter lange, selbst gebaute Mountainbike-Strecke und ein pädagogisches Konzept, das Bewegung, Verkehrssicherheit und Lebenskompetenzen verbindet. Finanzielle Unterstützung erhielt die Schule von der Nord-Ostsee Sparkasse.

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Was mit einigen BMX-Rädern für den Sportunterricht begann, hat sich an der Paulus-Paulsen-Schule zu einem umfangreichen Fahrradprojekt entwickelt. Inzwischen gehören Mountainbike-Touren, ein mobiler Fahrtechnik-Parcours, ein eigens entwickeltes Trainingsbuch und eine 200 Meter lange Mountainbike-Strecke auf dem Schulgelände dazu. Für dieses Engagement wurde die Förderschule nun bundesweit ausgezeichnet: Die Initiative AKTIONfahrRAD verlieh ihr den Preis für das beste Fahrradprojekt.

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Am vergangenen Wochenende reiste Sonderpädagoge und Projektleiter Marius Haug mit seiner Schule nach Nürnberg, um im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Mountainbiken an Wettbewerben teilzunehmen und die Auszeichnung entgegenzunehmen. Bereits am Freitag, 25. September, hatte die Schule das Projekt auf ihrem Gelände an der Schulze-Delitzsch-Straße der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Vom Sportunterricht auf die Mountainbike-Strecke

Die Idee für das Projekt entstand bereits während Haugs Studium. Damals beschäftigte er sich intensiv mit Mountainbiken und BMX-Fahren und leitete verschiedene Projekte. Für ihn stand früh fest, dass er diese Erfahrungen später in den Schulalltag einbringen wollte.

Mit der Paulus-Paulsen-Schule fand er während seines Referendariats eine Einrichtung, die ihm dafür die nötigen Möglichkeiten bot. Zunächst wurden BMX-Räder angeschafft, mit denen die Schüler in der Turnhalle unterschiedliche Fahrübungen absolvieren konnten. Das Training orientierte sich an den Anforderungen der Landesmeisterschaften im Mountainbiken.

„Die Kinder arbeiten sich quasi schrittweise auf dieses Level hoch“, erklärt Haug. Ziel sei es, sie so vorzubereiten, dass sie die entsprechenden Übungen später auch bei Meisterschaften bewältigen können.

Im nächsten Schritt kamen Mountainbikes hinzu. Damit unternimmt die Schule regelmäßig Touren. Vor rund zweieinhalb Jahren begann schließlich die Planung einer eigenen Mountainbike-Strecke rund um das Schulgelände.

Rund 14.000 Euro Unterstützung durch die Nospa

Eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Projekts war die finanzielle Unterstützung durch die Nord-Ostsee Sparkasse (Nospa). Bereits 2023 erhielt die Schule eine erste Förderung. Im Jahr 2025 folgte eine weitere Zuwendung. Insgesamt flossen rund 14.000 Euro aus dem Hübner-Stiftungsfonds der Nord-Ostsee Stiftung in das Fahrradprojekt.

Die Förderung half dabei, das zunächst auf den Sportunterricht ausgerichtete Angebot schrittweise auszubauen und die Voraussetzungen für das Mountainbike-Training auf dem Schulgelände zu schaffen.

Damit konnte aus der ursprünglichen Idee ein langfristig angelegtes Projekt entstehen, das inzwischen weit über die Paulus-Paulsen-Schule hinausreicht.

200 Meter Flowtrail auf dem Schulgelände

Bis aus der Idee eine fertige Strecke wurde, war allerdings viel Geduld gefragt. Haug übernahm als Hauptverantwortlicher die Abstimmung mit den beteiligten Ämtern und Behörden. Immer wieder mussten neue Anforderungen berücksichtigt und Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

Gemeinsam mit den Schülern entstand schließlich ein rund 200 Meter langer Flowtrail, eine Mountainbike-Strecke mit Kurven, Wellen und weiteren Fahrelementen.

Inzwischen ist die Strecke weitgehend fertiggestellt. Die Stadt hat dem Vorhaben zugestimmt. Bevor die Schüler sie offiziell im Schulbetrieb nutzen dürfen, stehen jedoch noch ein kleiner Umbau und die abschließende sicherheitstechnische Prüfung aus.

Dafür muss zunächst ein externer Sachverständiger für Skate- und Bikeparks die Anlage begutachten. Anschließend prüft die zuständige Unfallkasse das Gutachten und die Strecke selbst. Erst mit ihrer Freigabe darf die Anlage im regulären Schulbetrieb genutzt werden.

Die Unfallkasse sei bereits seit Längerem in das Projekt eingebunden, berichtet Haug. Vertreter hätten sich die Planungen und das Gelände schon angesehen.

Rund 25 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen

Bei dem Projekt geht es Haug um weit mehr als sportliche Leistungen. Gerade an einer Förderschule sei es wichtig, Kindern den Zugang zu Sportarten zu ermöglichen, für die sie sonst möglicherweise weder das Material noch die passenden Trainingsmöglichkeiten hätten.

Derzeit nehmen rund 25 Kinder und Jugendliche aus den Klassenstufen fünf bis neun an dem schulübergreifenden Angebot teil. Sie kommen von der Käte-Lassen-Schule, der Paulus-Paulsen-Schule und dem Zentrum für kooperative Erziehungshilfe (ZKE). Hinzu kommen junge Mitglieder des Sportvereins TSB Flensburg.

Die unterschiedlichen schulischen Hintergründe spielen dabei auf der Strecke kaum eine Rolle. Die Teilnehmer trainieren gemeinsam, unterstützen sich gegenseitig und können ihre Fähigkeiten unabhängig von ihrer jeweiligen Schulform weiterentwickeln.

Langfristig soll daraus ein Begegnungsort entstehen, an dem Schüler unterschiedlicher Schulformen und Mitglieder von Sportvereinen gemeinsam aktiv werden.

Haug möchte insbesondere den Nachmittagsbereich weiterentwickeln. Im Idealfall soll es künftig an jedem Schultag Angebote geben, bei denen die Kinder der Förderschule mit Regelschülern und Vereinssportlern zusammenkommen.

Dabei sollen sie nicht nur gemeinsam fahren, sondern auch Verantwortung übernehmen. Die Strecke wird zusammen gebaut, gepflegt und weiterentwickelt. Die Teilnehmer können eigene Ideen einbringen und überlegen, welche Verbesserungen möglich sind.

Mit einem Airbag sicher an höhere Sprünge herantasten

Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist eine eigens entwickelte Airbag-Landung für den Pausenhof. Die Konstruktion soll es den Kindern ermöglichen, Sprünge in unterschiedlichen Höhen zu üben und sich schrittweise an anspruchsvollere Bewegungsabläufe heranzutasten.

Durch die weiche Landefläche soll das Verletzungsrisiko dabei möglichst gering gehalten werden.

Zusammen mit dem mobilen Fahrtechnik-Parcours und dem dazugehörigen Trainingsbuch bildet das System einen wichtigen Bestandteil des pädagogischen Konzepts.

Das Fahrradprojekt ist fest im Schulcurriculum verankert. Die Schüler lernen nicht nur das Fahren, sondern beschäftigen sich auch mit der Wartung und Reparatur ihrer Räder sowie mit sicherem Verhalten im Straßenverkehr. Das selbst entwickelte Trainingsbuch unterstützt sie dabei, ihre Fortschritte eigenständig zu dokumentieren und neue Übungen schrittweise zu erarbeiten.

So verbindet das Projekt sportliche Bewegung mit Verkehrssicherheit, technischem Verständnis und der Entwicklung wichtiger Lebenskompetenzen.

Für Haug ist die bundesweite Auszeichnung nun eine Bestätigung der bisherigen Aufbauarbeit. Nach drei Jahren Projektentwicklung trägt das Engagement der Schule erste Früchte. Mit der geplanten Freigabe der Mountainbike-Strecke und dem weiteren Ausbau der Nachmittagsangebote soll das Fahrradprojekt künftig noch mehr Kindern und Jugendlichen offenstehen.