Girls’ Day bei der Bundespolizei: Schülerinnen gewinnen Einblicke in Einsatz, Technik und Diensthunde

 |  von Thomsen / Foerde.news

Die 14 Mädchen zwischen 14 und 23 Jahren waren sichtlich begeistert über den Tag bei der Bundespolizei - Fotos: Thomsen

Flensburg – Wie vielseitig die Arbeit der Bundespolizei ist, haben 14 Teilnehmerinnen beim Girls’ Day, am Donnerstag, in Flensburg aus nächster Nähe erleben können. Neben Einblicken in den Wachalltag, einem Selbstverteidigungskurs und sportlichen Übungen sorgten vor allem der Besuch eines Bundespolizei-Hubschraubers sowie eine eindrucksvolle Vorführung mit Diensthunden für große Aufmerksamkeit. Für die Schülerinnen Greta (14) und Synje (15) von der AVS war der Aktionstag nicht nur spannend, sondern auch aufschlussreich – und in manchen Momenten durchaus beeindruckend.

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Auf das Angebot aufmerksam geworden waren die beiden nach eigenen Angaben im Internet. Dort hätten sie sich über die Aktionen informiert, die im Rahmen des Girls’ Day angeboten wurden. Das Programm der Bundespolizei habe sie dabei sofort angesprochen. Vor allem die Mischung aus Information, Praxis und besonderen Einblicken habe den Ausschlag dafür gegeben, sich anzumelden.

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Schon zu Beginn des Tages bekamen die Teilnehmerinnen einen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag der Bundespolizei. Sie lernten die Wache kennen, erhielten Erläuterungen zu den Aufgaben der Beamten und bekamen gezeigt, in welchen Bereichen die Bundespolizei im Einsatz ist. Ziel war es, den Mädchen ein möglichst breites Bild der Arbeit zu vermitteln – und zwar nicht nur theoretisch, sondern vor allem ganz praktisch.

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Dazu gehörte auch ein Selbstverteidigungskurs, in dem die Schülerinnen erste grundlegende Techniken und Bewegungsabläufe kennenlernten. Dabei ging es nicht darum, eine vollständige Ausbildung zu vermitteln, sondern vielmehr darum, einfache und wirksame Grundlagen aufzuzeigen, um sich in Gefahrensituationen behaupten zu können. Ergänzt wurde dieser Teil durch sportliche Übungen und Einblicke in den körperlichen Anspruch des Berufs.


Auch den Schutzanzug für das Hundetraining durften die Mädels anprobieren

Besonders anschaulich wurde das, als die Mädchen Teile der Schutzausrüstung anprobieren konnten. Dabei zeigte sich schnell, wie schwer und belastend die Ausstattung im Einsatz tatsächlich ist. Was von außen oft selbstverständlich wirkt, bekam für die Teilnehmerinnen dadurch eine ganz neue Dimension. Die Ausrüstung selbst zu tragen und sich damit zu bewegen, machte deutlich, welche körperlichen Anforderungen viele Einsätze mit sich bringen.

Ein Höhepunkt des Tages war ohne Zweifel der Besuch des Hubschraubers der Bundespolizei. Für viele der Mädchen war dies ein Programmpunkt, auf den sie sich besonders gefreut hatten. Vor Ort nahmen sich die Piloten viel Zeit, um den Teilnehmerinnen den Hubschrauber, seine Technik und die Abläufe rund um einen Einsatz genau zu erklären. Dabei blieb es nicht bei einer kurzen Besichtigung. Vielmehr entwickelte sich ein intensiver Austausch, bei dem die Mädchen zahlreiche Fragen stellten. Sie wollten wissen, wie einzelne technische Systeme funktionieren, welche Aufgaben die Besatzung während eines Einsatzes übernimmt und welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um selbst Hubschrauberpilotin bei der Bundespolizei zu werden.

Gerade dieser direkte Kontakt machte den Besuch für die Schülerinnen besonders wertvoll. Greta und Synje schilderten, dass ihnen dabei bewusst geworden sei, wie komplex die Arbeit im Flugdienst tatsächlich ist. Der Eindruck, man müsse „nur drin sitzen und lenken“, sei schnell verflogen. Stattdessen hätten die Erklärungen der Piloten gezeigt, wie viel Technik, Verantwortung und Vorbereitung hinter jedem einzelnen Flug stecken. Dass die Besatzung sich die Zeit nahm, jede Frage geduldig zu beantworten, kam bei den Teilnehmerinnen besonders gut an.

Ebenfalls für Staunen sorgte die Vorführung des Diensthundewesens. Jens und Gernot von der Bundespolizei präsentierten mit ihren Hunden, wie vielseitig die Tiere eingesetzt werden können und welche Fähigkeiten sie im Dienst mitbringen. Besonders eindrucksvoll war dabei die Demonstration mit Gernots neun Jahre altem Riesenschnauzer Aaron, einem ausgebildeten Sprengstoffspürhund.

In einer Vorführung zeigte Gernot, wie gezielt und kontrolliert ein Diensthund arbeitet. Jens übernahm dabei die Rolle eines Täters, an dessen Arm sich Aaron auf Kommando verbiss. Für die Mädchen war diese Szene besonders beeindruckend, weil sie die Kraft, Präzision und Disziplin des Hundes unmittelbar erleben konnten. Viele verfolgten die Vorführung mit offenem Staunen.

Umso größer war der Kontrast im Anschluss daran. Nach der Übung zeigte sich Aaron von seiner ruhigen und menschenbezogenen Seite. Der Hund ist in Gernots Familie aufgewachsen und lebt auch dort. Deshalb ist er an den engen Kontakt zu Menschen und an Streicheleinheiten gewöhnt. Nach der Vorführung bekam Aaron davon reichlich. Gernot erklärte den Mädchen, dass Aaron durchaus verspielt sei, im Einsatz aber sofort umschalten könne. Gerade dieses kontrollierte Wechseln zwischen Familienhund und zuverlässigem Diensthund machte auf die Teilnehmerinnen großen Eindruck.

Für Greta (li) und Synje (re) war der Tag insgesamt ein voller Erfolg. Beide beschrieben das Programm als spannend, abwechslungsreich und sehr gut organisiert. Besonders positiv fiel auf, wie viele unterschiedliche Einblicke in kurzer Zeit vermittelt wurden. Vom Wachbetrieb über Selbstverteidigung und Ausrüstung bis hin zum Hubschrauber und den Diensthunden sei deutlich geworden, wie breit das Aufgabenspektrum der Bundespolizei tatsächlich ist.

Auch die Frage, ob eine spätere Laufbahn bei der Bundespolizei für sie grundsätzlich in Betracht komme, beantworteten die beiden offen. Der Beruf sei auf jeden Fall interessant, erklärten sie. Gleichzeitig sei ihnen im Verlauf des Tages deutlich geworden, wie viel Verantwortung mit dieser Arbeit verbunden ist. Gerade das habe den Einblick aber so spannend gemacht.

Der Pressesprecher der Bundespolizei, Hanspeter Schwartz, zog ebenfalls eine positive Bilanz. Die Flensburger Bundespolizei beteilige sich bewusst am bundesweiten Girls’ Day, um jungen Frauen die unterschiedlichen Berufsfelder der Behörde näherzubringen. Gerade weiblicher Nachwuchs werde dringend benötigt. Der Frauenanteil liege in Flensburg derzeit bei rund 20 Prozent. Solche Aktionstage seien deshalb eine gute Gelegenheit, früh Interesse für den Beruf zu wecken.

Nach Angaben von Schwartz sollte den 14 Teilnehmerinnen ganz bewusst ein möglichst umfassendes Bild der Bundespolizei vermittelt werden. Dazu gehörten Einblicke in den operativen Dienst, in Einsatztraining und Sporttests ebenso wie in Spezialbereiche wie den Flugdienst und das Diensthundewesen. Dass der Hubschrauber an diesem Tag überhaupt besichtigt werden konnte, ergab sich laut Schwartz aus einer günstigen Gelegenheit: Die Maschine war ohnehin im Rahmen eines Überwachungsfluges im Einsatz und konnte während eines Tankvorgangs den Mädchen vorgestellt werden.

Solche Flüge dienen unter anderem dazu, Bahnstrecken und Bahnhöfe aus der Luft zu überwachen oder den Grenzraum zu beobachten. Auch dieser Aspekt machte deutlich, wie vielfältig die Aufgaben der Bundespolizei sind und wie viele spezialisierte Bereiche hinter dem Begriff Polizeiarbeit stehen.

Die Teilnehmerinnen kamen überwiegend aus Flensburg und dem Umland. Die jüngsten waren 14 Jahre alt, die älteste Teilnehmerin 23. Für viele dürfte der Girls’ Day nicht nur ein spannender Ausflug gewesen sein, sondern ein Tag, an dem ein Beruf greifbar wurde, der sonst oft nur von außen wahrgenommen wird.

Wer noch mehr über die Arbeit der Bundespolizei erfahren möchte, hat dazu in Kürze erneut Gelegenheit: Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens veranstaltet die Bundespolizei am 31. Mai in Schlagsdorf bei Ratzeburg einen Informationstag. Dort sollen unter anderem der Flugdienst, die Diensthundestaffel sowie weitere Fahrzeuge und Einsatzmittel präsentiert werden.